Untersuchung an Kunstwerken

Umweltbedingte Zerfallserscheinungen und generell auch Veränderungen an den Malmaterialien können so, immer zuverlässiger erforscht werden oder gar diesen Prozessen entgegen zu wirken. So konnten zahlreiche neue Möglichkeiten zur Untersuchung im Lauf der vergangen Jahre entwickelt werden.

Untersuchung an Kunstwerken

Die Naturwissenschaft stellt inzwischen vielfältige Untersuchungsmethoden bereit, um die tiefer gehende Erkenntisse auch über die chemischen, physikalischen und biologischen Charakteristika eines Kunstwerkes erhalten zu können. Jedes Verfahren bietet neue Möglichkeiten, aber auch Grenzen für eine zuverlässige Methodik, z. B. eine möglichst zerstörungsfreie Prüfung und Untersuchung, denn selbst die kleinste Probenentnahme bedeutet ja schon einen „Eingriff” in das Original. Aus diesem Grund werden hier nur die gebräuchlichsten Verfahren kurz vorgestellt.

  • Mikroskopie
  • Lichtmikroskopie
  • Elektronenmikroskopie
  • Elektronenstrahl-Mikrosonde
  • Mikroanalyse
  • Querschnitte
  • histochemische Nachweisverfahren, uvam


Kompliziertere, technische Verfahren müssten aus anderen Wissensbereichen ab- bzw. hergeleitet werden.

Untersuchung & Methodik

Mithilfe naturwissenschaftlich gestützter Untersuchungen lässt sich maltechnische Aufbau von Kunstwerken erforschen. Neben der Echtheitsprüfung und der individuellen Restauriergeschichte - damit dessen Erhaltungsgrad - lassen sich auch Materialsstil, größere Veränderungen pentimenti, Merkmale einzelner Künstler uvam. erforschen. Viele dieser Untersuchungsmethoden wurden in den 1930-iger Jahren entwickelt und werden unterdessen in fast jedem Restaurierinstitut oder Restaurierungsatelier mit Erfolg eingesetzt.

In der naturwissenschaftlichen Forschung stellt inzwischen vielfältige Untersuchungsmethoden bereit, die tiefer gehende Erkenntisse z. B. über die chemischen, physikalischen und biologischen Zusammenhänge eines Kunstwerkes bieten zu können. Jedes Verfahren bietet neue Möglichkeiten - aber auch Grenzen - für eine zuverlässige Methodik, z. B. zerstörungsfreie Untersuchung; denn selbst die kleinste Probenentnahmen bedeuten bereits einen Eingriff in das Original. Komplizierte technische Verfahren - wie Mikroanalysen, histochemische Nachweisverfahren, Elektronenstrahl-Mikrosonde usw. - müssen aus einem anderen Wissensbereich hergeleitet werden. Aus diesem Grund werden hier nur die gebräuchlichsten Verfahren kurz vorgestellt.

Vor einer Restaurierung sollte immer eine genaue Untersuchung mit umfassender Dokumentation erfolgen, die den Originalbestand zusammenfasst. Eventuell lässt auch sich die Geschichte des Kunstwerks oder die frühere Umgebung aufklären. Dabei kann die Auswertung der technologischen Untersuchung oft Veränderungen oder Hinzufügungen am Kunstwerk aufspüren.

Die visuelle Erhebung bildet neben chemischer, physikalischer und mikrobiologischer Analysenmethoden ein weites Instrumentarium. Dabei muss das Werk sowohl eigenständig, als auch nach seinen Quellen, untersucht werden, die Arbeitsweise des Künstlers, die Geschichte des Werkes und Alterserscheinung usw. müssen berücksichtigt werden.

Untersuchungstechniken

Naturwissenschaftliche Analysen und Beratungen werden immer häufiger im Zusammenhang bei der Erforschung und Erhalutng von Kunstwerken aller Epochen notwendig. Dabei werden alle Materialien erfasst, die jemals für diese Zwecke eingesetzt wurden. Der Kreis umfasst dabei international nicht nur daran interessierten Forscher, Restauratoren oder Konservatoren, sondern auch Sammler, Galeristen, Architekten, Archäologen und besonders Kunsthistoriker.

Zu den wichtigsten modernen Analysenverfahren gehören neben mikroskopischen und mikrochemischen Methoden spektroskopische Untersuchungen, wie die Röntgenfluoreszenz oder die Infrarotspektoskopie sowie die chromatographischen Methoden (Dünnschliff-, Ionen- und Hochdruckflüssigkeit-Chromatographie).

Dabei liegt eine der Schwerpunkte der naturwissenschaftlichen Beratungen bei Konservierungen und Restaurierungen konservatorisch besonders problematischer oder komplexer Kunst- und Kulturgüter. Die Untersuchungen schließen hier vor allem gefasste Kunstwerke: Gemälde, Skulpturen, Wandmalereien und alle anderen polychromen Oberflächen. Durch die analysierten Materialien, wie Pigmente, Bindemittel und alle Trägermaterialien bis hin zu Putz und Stein oder Metall lassen sich vor alle der materialtechnische Aufbau bestimmen. Neben dieser Materialidentifizierung werden auch Veränderungen, Schäden oder deren Ursachen erforscht. Im Rahmen dieser Untersuchungen können Echtheitsbestimmungen durchgeführt werden, wenn etwa die Entstehungszeit oder sogar die Werkstatt aufgeklärt wird. Hier arbeiten Naturwissenschaftler, Kunsthistoriker, Maltechniker und Restauratoren mit anderen Diziplinen direkt und eng zusammen.

Denn durch die Identfizierung von Malmaterialien können nicht nur zeitliche Zuordnungen getroffen werden, sondern gerade auch etwa stilkritische Beobachtungen schlüssig ergänzt werden. Solche Nachweise werden nicht selten bei Fälschungen geführt, wenn dabei etwa Materialien verwandt wurden, die nicht im richtigen Kontext der Malmaterialiengeschichte stehen.

Zunächst wird dazu jedoch stets immer die Beschaffenheit, beispielsweise die eines Gemäldes im Aufbau genauestens untersucht. Hierbei werden maltechnische Merkmale festgelegt sowie Alterungsspuren und der Erhaltungszustand bestimmt. Die restauratorischen Eingriffe werden dezidiert in Bildträger und Malschichten katalogisiert.

Die für Analysen - mikroskopisch kleinen! – Proben werden aus nicht nur bei den klasssichen Materialien entnommen, sondern auch an Objekten der neueren, moderner und zeitgenössischen Kunst.

In der Regel werden im weiteren Vorgehen so genannte Querschliffe angefertigt, um so alle Schichten des Malaufbaus oder der Farbfassung besser darstellen zu können. Die daraus gewonnenen Rückschlüsse erzählen die Geschichte des Objektes.

Weitere Informationen bieten Durchleuchtungen mit Hilfe von Röntgen-, UV- und Infrarotstrahlen zu Aufbau (etwa Überarbeitungen) und allgemein zum Zutsand des Kunstwerkes.

Mikroskopie

Im Auflicht lassen sich bei schwachen Vergrößerungen unter dem Stereomikroskop Veränderungen an Gemäldeoberflächen besser erkennen. Mit stärkeren Vergrößerungen werden die Aufeinanderfolge von Malschichten, Bildung von Krakelees und ganz allgemein der materielle Befund untersuchen.

Pigmentanalyse

Anorganische Pigmente werden mithilfe mikrochemischer Testfolgen, Emissionspektral -und Röntgenfeinstrukturanalysen identifiziert. Als Datierungsmöglichkeit lassen da nur aber entweder ein Terminus post (dem frühsten möglichen Zeitpunkt) oder den Terminus ante (als spätest möglichen Zeitpunkt) ermitteln. Dennoch können mit Hilfe von Pigmentanalysen Kopien, Falsifikate, Plagiate als solche ausfindig gemacht werden. Eine Antwort zu der Frage, seit wann einzelne Pigmente in der Malerei in Verwendung oder ausser Gebrauch kamen, erhält man durch methodisch-systematisches Quellenstudium in Gegenüberstellung mit Befunden aus Untersuchungsergebnissen. Organische Pigmente und Farblacke werden mit den Methoden wie Bindemittel bestimmt, denn sie müssen erst in Trägersubstanz (= Substrat) und Farbstoff getrennt werden.

Bindemittelanalyse

Die Ermittlung und Bestimmung von Bindemitteln ist wesentlich schwieriger und komplizierter, und nicht immer lässt sich die Zusammensetzung aufspüren. Häufig kann man aufgrund des unterschiedlichen Alterungsverhaltens nur die Bindemittelgruppen wie Öle, Harze, Proteine (Eiweißarten) und Pflanzengummen benennen. Und auch dann ist eine Zuordnung nicht immer einfach, da andere Bindemitteltypen durch frühere Restaurierungen in die Bildschichten gelangen konnten. Die Untersuchung erfolgt meist mithilfe von Infrarotabsorptionsspektographie, der Gas- bzw. Dünnschichtchromatographie.

Dendrochronologie

Das Verfahren der Dendrochronologie (Jahresringchronologie) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelt, aber erst seit den Sechziger Jahren eingesetzt, etwa für eine relativ genaue Datierung von Kunstwerken aus Holz. Die Messung erfolgt am Hirnholz eines Kunstwerkes, dessen Jahresringabstände mit gespreicherten Standardwerten verglichen werden.

Durch Vergleich der Jahresringe an Hölzern läßt sich das Fällungsdatum eines Baumes bestimmen. Daraus ergibt sichder Zeitpunkt, vor dem ein Kunstwerk nicht entstanden sein kann, ein terminus post quem, dem frühest möglichen Entstehungsdatum.

So wird das Fällungsdatum eines Baumes bestimmt mit einer Genauigkeit von ± 5 Jahren relativ genau. Diese Methode beschränkt sich nur auf einige Holzarten und erfordert eine Mindestzahl (50 – 100) von Jahresringen. So lassen sich Hölzer wie die von italienischen Malern gern benutzte Pappel oder die in Deutschland vorkommende Linde (etwa an Skulpturen von Tilman Riemenschneider oder bei Gemälden Albrecht Dürers) nicht datieren.

Bäume mit winterlicher Wachstumsruhe legen ihre Zuwachsraten in Form von Jahresschichten an, deren Breite von verschiedenen Umweltfaktoren und Lebensbedingungen, z. B. Feuchtigkeit, Wärme, abhängig sind. Diese schlagen sich dann in der Jahresringabfolge vorgegebener Regionen als charakterische Wachstumszonen nieder und ermöglichen so mit Hilfe einer differenzierten Wiedergabe Standardwerte zur Datierung. Diese ermittelten Standardwerte werden dann mit den individuellen Werten verglichen. Untersuchungen ergaben, dass etwa im 16. und 17. Jahrhundert zwischen Fällungsdatum eines Baumes und Entstehung eines Kunstwerkes im Durchschnitt vier bis fünf Jahre lagen, während noch im 15. Jahrhundert das Holz sehr viel länger abgelagert wurde.

Bald wird es möglich sein, durch das engmaschige Netz der Vergleichskurven weitere Holzarten mit einzubeziehen. Oft lassen sich darüber hinaus noch andere Werkstattgewohnheiten erlangen, ob etwa Bretter nur eines Baumstammes verwendet wurden. Je mehr Maler, Bildhauer und Instrumentenbauer mit exakten Ergebnissen dazu gezählt werden, desto mehr Aussagen können erzielt werden.

 

Kontakt:

Anna Feuchtinger (Tochter von Thomas Hoppe)
c/o Atelier Thomas Hoppe
Klausstraße 11
22765 Hamburg-Altona
Mobil: 0157 878 160 28
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