Klima und Licht

Die Malmaterialien sind aber auch Alterungsprozessen unterworfen, die sich u.a. auf atmosphärische Einflüsse zurückführen lassen.

Zu diesen Einflüssen gehören u.a. Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit. Die Moleküle der in Kunstwerken enthaltenen organischen Materialien sind chemischen Prozessen unterworfen und werden beispielsweise polymerisiert, gespalten und oxidiert.

Licht
Licht ist eine von vielen Energieformen. Damit wird der für das menschliche Auge sichtbare Bereich des Spektrums elektromagnetischer Strahlung von Wellenlängen bezeichnet und jeweils einer bestimmten Lichtfarbe entspricht. Die Frequenzen dieser Wellenlängen liegen etwa bei Größenordnungen von 3.10 14 Hz. Jede Frequenz bzw. Energiebetrag hat eine bestimmte Zuordnung; blaues, ultraviolettes hat eine UV-Wellenlänge unter 400nm und Infrarot - eigentlich Ultrarot - besitzt IR-Wellenlänge über 800 nm. Durch Energiezufuhr können nun chemische Prozesse entweder in Gang gesetzt werden, oder aber sie verlaufen zumindest schneller. Licht wirkt dabei nicht nur auf Pigmente ein, sondern auch auf die Bindemittelanteile im Aufstriches.

Luftfeuchte & Temperatur = Klima
Unter Klima werden alle metereologischen Erscheinungen verstanden, die aber eine Folge physikalischer Prozesse sind. In der Metereologie stellt die Klimatologie ein eigenständige Diziplin zur Erforschung des Klimas dar. In der Kunsttechnik, Restaurierung und Konservierung sind für die Aufbewahrung von Kunstwerken im engeren Sinn nur die letzten beiden Elemente Temperatur und Feuchte von Bedeutung.

Luftfeuchte
Die über Thermohygrographen etwa nachmessbare Luftfeuchte gibt den Gehalt von Wasserdampf in der Luft an. Die pro Kubikmeter Luft enthaltene Gewichtsmenge vom Wasserdampf wird in Gramm gemessen und als absolute Luftfeuchtigkeit bezeichnet. Der maximale Wasserdampfgehalt der Luft wird in Abhängigkeit zur Temperatur gesetzt und dann in Prozent angegeben. So ist die Luft bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 % mit Wasserdampf gesättigt und überschüssiger Wasserdampf muss als Tröpfchen kondensieren. (Im Gegensatz dazu eine ist relative Luftfeuchtigkeit von 0 % selbst in trocknen Wüstengegenden bei extrem niedrigen Temperaturen so gut wie nie messbar.)
Das heißt: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit enthält ein Kubikmeter Luft. Oder umgekehrt:
Je kühler die Luft ist, desto weniger Feuchtigkeit enthält ein Kubikmeter Luft.

Ursache und Wirkung
Alle organischen Materialien sind hygroskopisch und stellen sich so stets auf die relative Luftfeuchtigkeit ihrer Umgebung ein. Je nach Gehalt von Materialfeuchtigkeit bzw. Luftfeuchtigkeit versuchen sie ein Gleichgewicht mit Aufnahme bzw. Abgabe von Feuchtigkeit herzustellen. Dies ist dann mit Volumenveränderungen aller Materialien verbunden, die entweder als Quell- oder Schwundvorgänge erscheinen. Sie sind meisten die Ursache so genannter Klimaschäden, wobei die Art, Dauer und das Ausmaß der Schädigungen von den material-spezifischen Eigenschaften abhängen.
Kunstwerke aus organischen Materialien, die in beheizten Räumen aufgestellt werden, sind ohne gleichzeitige Befeuchtung dabei besonders exponiert.

Prophylaktische Maßnahmen
Die optimale relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 55 und 60%; bei Einhaltung einer Sicherheitsgrenze von ±5%. Sehr empfindliche Holzbildträger sollten bei einem möglichst gleichbleibenden Klima bei Temperaturen zwischen + 18 °C und + 20 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 55 und 60 % aufbewahrt werden. Temperaturwerte zwischen 12 °C und 18 °C wären geradezu optimal. Ausserdem sollte auch der Lichteinfall kontrolliert und in Abhängigkeit zu den Materialien gesetzt werden. Die Grenzwerte liegen hier bei 50 Lux für sehr empfindlichen Objekte, wie Aquarellen oder Handzeichnungen und zwischen 70 und 150 Lux bei gefirnissten und/oder verglasten Gemälden.

Kontakt:

Anna Feuchtinger (Tochter von Thomas Hoppe)
c/o Atelier Thomas Hoppe
Klausstraße 11
22765 Hamburg-Altona
Mobil: 0157 878 160 28
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